Die Geschichte der Aarnescht

ZurückWeiter

Die Aarnescht früher

AA-11

Früher wurde die Schwarzkiefer gezielt angepflanzt, um später das Holz im Gruben­bau einzuset­zen.

Die Aar­nescht ist Teil der alten Kul­tur­land­schaft der Gemeinde Nieder­an­ven, die schon seit alters her vom Men­schen in exten­siv­er Form land­wirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt wird. Noch Anfang des 20. Jahrhun­derts wurde von den Bauern Getrei­de ange­baut. So wird berichtet, dass bis 1909 noch Hafer­felder vorhan­den waren, die aber wegen der schlecht­en Qual­ität des Getrei­des aufgegeben wur­den.

AA-12 AA-13
Früher wurde noch exten­sive Land­wirtschaft betrieben. Hafer wurde
ange­baut und das Vieh wurde zum Wei­den auf die Aar­nescht gebracht.

Danach diente die Aar­nescht in erster Lin­ie dem Vieh als Wei­de­fläche. Zwis­chen 1920 und 1930 führten Leute aus Ober­an­ven ihre Schweine, ein Mann aus Rameldin­gen seine Ziegen auf die Aar­nescht. In den dreißiger und vierziger Jahren diente die Aar­nescht den Kühen der Ober­an­ven­er Bauern als Wei­de­fläche.

Aus dem heuti­gen Naturschutzge­bi­et hat sich die Land­wirtschaft vor ca. 30 Jahren ganz zurück­ge­zo­gen.

AA-14

Auf der ”Carte Hansen” von 1905 sind noch die Wein­berge angegeben.

Wie die ”Carte Hansen” aus dem Jahre 1905 zeigt, wusste man die Aar­nescht auch als Weinan­bauge­bi­et zu schätzen. An den trock­e­nen und von der Sonne ver­wöh­n­ten Süd­hän­gen wur­den auf ein­er Fläche von ca. 2 ha kleine Wein­berge angelegt und bewirtschaftet.

Neben der Land­wirtschaft wurde auch in beschei­den­em Umfang Forstwirtschaft betrieben. Die Eichen- Hain­buchen­wälder wur­den als Mit­tel­wald zur Brennholzgewin­nung bewirtschaftet. Einzelne große Eichen wur­den nicht abge­holzt, son­dern als Hochstämme zwecks später­er Bauholzgewin­nung ste­hen gelassen. Nach Auf­gabe der Land­wirtschaft wur­den auf den brach gefal­l­enen Flächen Schwarzkiefern angepflanzt, die als Gruben­holz im Untertage­bau Ver­wen­dung fan­den.

Die Aarnescht heute und ihre Bedeutung für den Naturschutz

Durch das Zusam­men­spiel von natür­lichen Gegeben­heit­en und ein­er exten­siv­en, an die Land­schaft angepassten Nutzung durch den Men­schen, ist ein Leben­raum ent­standen, der heute zu den wertvoll­sten des Lan­des zählt. Dies war jedoch nicht immer so.

AA-15

Prof. Léopold Reich­ling, der ”Ent­deck­er” der Aar­nescht bei der Ver­lei­hung des ”Mérite cul­turel” der Gemeinde Nieder­an­ven.

Wie Pro­fes­sor Léopold Reich­ling berichtet, wurde ihm erzählt, dass Anfang der fün­fziger Jahre kaum sel­tene Pflanzen auf der Aar­nescht anzutr­e­f­fen waren. Die große Bedeu­tung für den Naturschutz erlangte die Aar­nescht erst in den sechziger und siebziger Jahren. Anfang der siebziger Jahre wur­den in Veröf­fentlichun­gen von Pro­fes­sorin Marie- Josée Wegen­er und von Pro­fes­sor Léopold Reich­ling über sel­tene Pflanzen und Tiere berichtet. Daraufhin schlug 1973 die Forstver­wal­tung die Ausweisung als Naturschutzge­bi­et vor. 1978 nahm die Gemeinde Nieder­an­ven die Aar­nescht als Natur­re­serve in ihren Flächen­nutzungs­plan auf und erk­lärte das Gebi­et 1986 zum Naturschutzge­bi­et. Die offizielle Ausweisung durch ein großher­zoglich­es Regle­ment erfol­gte am 1.2. 1988.

Besondere Vorkommnisse auf der Aarnescht

Einige Begeben­heit­en und Vor­fälle sind der lokalen Bevölkerung bis heute noch im Gedächt­nis. Dies zeugt erneut von ihrer Ver­bun­den­heit mit der Aar­nescht. So wis­sen einige Ein­wohn­er von kleineren, aber auch größeren Brän­den zu bericht­en, die auf der Aar­nescht einst wüteten. Nach Aus­sagen eines Ein­wohn­ers hielt sich im Som­mer 1944 ein Deser­teur in den Wäldern und Gebüschen der Aar­nescht ver­steckt.

ZurückWeiter